Stahl

Franken

Christian Stahl

Noch 2 km bis Württemberg und wir fahren schon zum dritten Mal in Auernhofen vor. Dank der Winzerelite finden wir uns jetzt sogar im fränkischen Outback bestens zurecht. Kopfsteinpflaster auf Landstraßen, Storchennester auf Dächern, Fuchs und Hase auf der Flur. Die Gegend ist filmreif für Szenen aus den 50er-Jahren. Der Winzerhof Stahl hat sich perfekt versteckt und Reben sucht man hier vergebens. Die Trauben holt sich Christian von seinen Weinbergen im Tauber- und Maintal, aber Bocksbeutel kommen ihm nicht ins Haus. Der Jungwinzer hat mit altfränkischer Weinstilistik nichts am Hut und macht Trinkstoff, der viele arrivierte Kollegen alt aussehen lässt. Was zum Beispiel Müller-Thurgau kann, hat uns Stahl eindrucksvoll gezeigt; seine Turboversion „Hasennest“ ist gerade drauf und dran, zum Kultwein in der Szene zu avancieren. Im neuen Jahrgang, mit einem „super Herbst“ und „absolut gesundem Lesegut“ ist Christian dem „Hasennest“ mit 36 Stunden Maischestandzeit auf den Pelz gerückt; dieser Müller steckt das weg wie nix, kommt dafür noch saftig-fleischiger und mit noch mehr Mineralität daher. Aber deswegen sollte man eines nicht übersehen: Stahl glänzt auch bei Silvaner, dass einem die Augen tränen.

Christian Stahl im Weinberg
Vinothek Stahl